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Historie - EBA

EBA - nicht zu verwechseln mit EisenbahnBundesAmt - war ein Programm zur Stärkung der Hauptschule in BW. 1977 führten Hauptschulen in Oberschwaben (ua. Ravensburg) erweiterte Bildungsangebote (EBA) versuchsweise ein. Gemeinsam mit der Lehrerschaft, den Elternvertretern, den Schulträgern (Kommunen) und dem Staatlichen Schulamt Tettnang wurde die konzeptionelle Grundlage für das Erweiterte Bildungsangebot geschaffen. Aber erst 1984/85, sieben Jahre nach der Genehmigung des ersten Versuchs, stellte Minister Mayer-Vorfelder die Weichen zur allgemeinen Einführung des EBA an Hauptschulen.

1984 griff Lehrer Adolf Stier das Angebot des Kultusministeriums und des Oberschulamtes Tübingen mit der Idee, ein Backhaus zu erstellen, auf. Dabei wurden zwei Ziele angesteuert: Die Auseinandersetzung mit handwerklichen Tätigkeiten und mit der Schaffung eines Grundnahrungsmittels. Die Abschlussklassen der HS konnten zudem in einer nahen Ziegelei die Herstellung von Baustoffen (Mauerziegel, Bodenbelagsziegel usw.) sehen und selbst erproben.

Der außergewöhnliche Umfang und die spezifische Aufgabenstellung verlangten eine umfangreiche Vorbereitung. In enger Zusammenarbeit von Schule und Schulträger wurden Fragen der Finanzierung, der Bauplanung und der Baugenehmigung geregelt. Begünstigend wirkte sich das kulturhistorische Engagement unseres Herrn OB Dr. Leist bei den Gesprächen aus.

Die endgültige Durchführung des Projekts wurde erst getroffen, nachdem Schüler und Eltern ausführlich über Ziele und Ausführung informiert waren. Erste Skizzen und Besuche im Bauernhausmuseum Wolfegg zur historischen Entwicklung bäuerlicher Backöfen und Backhäuser erweiterten die Kenntnisse der Beteiligten. Weitere Themen waren die Backvor- gänge mit alten Geräten wie Schießer, Ofenkrucke oder Brotstempel.

Im Juli 1984 war es dann soweit. Das Richtfest konnte mit richtigen Zimmerleuten gefeiert werden. Bis zur Fertigstellung dauerte es (mit einer nachfolgenden Schulklasse) bis September 1985, als der verantwortliche Lehrer zum ersten Backhausfest einlud.

Nicht zuletzt durch die großzügige Finanzspritze, die der Stadtrat auf den Weg brachte sowie Materialspenden von Firmen und aktiver Mitwirkung fachkundiger Eltern konnte das Backhaus nach fast zweijähriger Bauzeit in Betrieb genommen werden. Das Stadtratsgremium nahm am 25.9.1985 das Objekt in Augenschein und ließ sich die frisch gebackenen "Larifari" sichtlich schmecken.